Bye Bye Mr. Lakeboy

// 11. April 2012

Gernot am SeeGernot geht. Und zwar bald. Nach Tirol. Kommt dieser Schritt des in der Branche so geschätzten Tourismus-Profis, der seit 2005 die Geschicke der Wörthersee Tourismus GmbH lenkt, überraschend? Oder anders gefragt: Warum tauscht er (in Gottes Namen!) das südliche Seepromenadenflair Veldens gegen die wahrscheinlich sehr ländliche Beschaulichkeit Erpfendorfs? Eine Mutmaßung in 5 Thesen.

Vorab noch kurz die Fakten: Gernot Riedel (Freund und Regionskollege) verläßt im Frühsommer die Region Wörthersee und übernimmt das Destinations-Fädenziehen in den Kitzbüheler Alpen, d.h. der Orteverbund St. Johann i.T., Oberndorf, Kirchdorf und Erpfendorf.

These Nummer 1: Der gebürtige Wolfsberger wurde aufrund seiner früheren TVB-Wirkungsstätten Nauders am Reschenpass und Fiss nachhaltig und nicht mehr “terminierbar” tirolerisiert und spürt das jetzt in seiner Seele hochsteigen. Mit dem Wechsel in die Kitzbüheler Alpen kehrt er damit eigentlich nur “heim”. Oh, wie poetisch.

Gernot ganz PinkThese Nummer 2: Sein “zart-rosa” schillerndes Tourismusherz (siehe Pic) treibt ihn nach erfolgreicher Gay- & Lesbiisierung des Lagos (und erfolgreichen Versuchen in den frühen Jahren des letzten Jahrzehnts im Gasteinertal) nun nach Tirol, um die Kitzbüheler Alpen in ein knallig-liberal-schrilles “Pink-Mountain-Mekka” umzupolen (Übrigens das virtuelle Copyright für @Pink Snow liegt noch bei mir, bitte nicht stehlen). Der Gernot als Pink-minded Tourismus-Wanderpionier. I like.

These Nummer 3: “Keine Lust mehr am Leben” (nicht falsch verstehen, vgl. Markenkonzept “Kärnten – Lust am Leben”). Jetzt, da es endlich ans Umsetzen des hart erarbeiteten Markenversprechens geht, neue Tourismusverbände gegründet und Verantwortung wie Budgets umgelenkt werden (neues Kärntner Tourismusgesetz ab 1.1.2013), haut er sich einfach über den Alpenhauptkamm ins bacherlwarme, ausgereifte Tiroler Markennest. Okay. Dislike.

These Nummer 4: Seine Tätigkeit als Destinationsmanager ist eigentlich nur ein Hobby. Er hat Familie, Freunde und all seine Aufsichtsräte jahrelang verarscht! Denn: Hauptberuflich strebt er im beginnenden Zyklus seines 3. Lebensfrühlings aus tiefstem Herzen eine Karriere als Sänger an. Eine Rampensau war er ja immer schon, würde also passen. Ich gehe noch weiter. Er heimst sich die Vermarktungsrechte der multinationalen “Carinthian Lakeboys” ein und stampft noch vor dem drohenden Sommerloch mit “The Voice of Kitzalps” ein umsatzgeiles Liveband-Monster aus dem urigen Tiroler Boden. Und das so nahe an der Heimatstadt des Alpenschlager-Messias Hansi Hinterseer. Ein gut getarnter Geniestreich. Bravo Gernot.

These Nummer 5: Hat etwas mit Glück zu tun. Mehr muss man da nicht sagen. Oder in den Worten des chinesischen Philosophen Konfuzius: “Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern”.

Gernot, stay tuned. Spätestens im Herbst reiten wir mit den Mountainbikes über “deine” Kitzalps. Ich freu mich schon.

Weitere Thesen sind übrigens herzlich willkommen. Bitte direkt unten als Kommentar posten.




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17 Kommentare zu “Bye Bye Mr. Lakeboy”

  1. Hmm, ich vermute, da ist jemand seinem job nicht mehr gewachsen…..tourismusgesetz und die umstruckturierungen dürften hier wohl den ausschlag gegeben haben. Weitere möglichkeit, die verbockte starnacht am wörthersee fällt ihm auf den kopf, pörtschach lässt grüßen. aber im gemachten nest tirols wird er seinen job schon auch wieder gut machen. Leben ist veränderung, und spekulationen bleiben spekulationen. Nur er weiß wohl den wahren grund. Alles gute mr. Wörthersee!

  2. Gernot sagt:

    Der Stef der ist halt ein Poet, der manches besser als andere versteht. Für deine Zeilen dank ich dir,beim nächsten Mal mit an kleinen Bier…und wer das missinterpretieren tut, dem gehts im Kopf wohl nimma gut ;-)

  3. Michael sagt:

    Nachdem ich glaube den wahren Grund zu kennen und die Trolle mit ihren dummen Postings leider auch vor diesem Blog nicht halt machen möchte ich auch ein paar positive Worte hinterlassen.

    Danke für die gute Zusammenarbeit, danke für die mit Leidenschaft und Herzblut und trotzdem mit Sachlichkeit geführten offenen Diskussionen. Das ist leider nicht mit jedem Regionsmanager möglich.

    Ich denke durch die Veränderungen der letzten zwei Jahre haben wir alle sehr viel dazugelernt, da werden auch die Tiroler noch was lernen können und so gemacht ist das Nest dort auch nicht.

    Vielen Dank und

    Stay hungry, stay foolish!!!

  4. Michi R. sagt:

    These Nummer 6:
    Gernot ist inzwischen dem “Boy”-Alter entwachsen und dachte sich “Lake-man” klingt seltsam – “Mountain-man” ist cool.
    Er sollte aus Gründen der Verwechselbarkeit (vgl.: “Mountain-Mania”) ein anderes Alter Ego sich anlachen – der neuerdings getragene Dreitagesbart(-Flaum) könnte einen feinen Alpen-Öhi aus ihm machen.

    These Nummer 7:
    Die Kitz-Alps sind nur eine Zwischenstation zum ewigen Glück (siehe These 5- Konfuzius) und er findet dieses in den kommenden Jahren beim Weinbau.
    Er schafft sich ein paar ha Weingärten an,wird Bio-Winzer mit seiner eigenen Riede (Ried Riedel), deren bekannteste Sorte der Rieslung wird.
    Marketingmäßig lässt es sich gut vermarkten: Riesling der Ried Riedel

    Eine entsprechende Tourismusregion bietet sich an: der Raum Riegersburg.
    (RiegserburgerRiedRiedelRiesling….)

    These Nummer 8:
    Flucht aus Kärnten.
    Das ständige Jour-Fix mit seinen Sportkameraden Stefan und Meinereiner ist im auf Grund seines hohen Alters zu anstrengend und er zieht die Einsamkeit der Berge dem sportlichen Wettkampf mit seinen zugewanderten Kärntner Freunden vor.

    Wie auch immer, ich werde die unregelmäßig regelmäßigen After-Work-Biere vermissen, die philosophischen Verhaltensstudien unserer Umwelt, und die jährliche Ausfahrt mit dem Bike.

    Gruß und viel Spass in den Bergen,
    M.

  5. Die “Michis” lassen es aber krachen. Feine Klinge, bravo.

  6. Es war wirklich fein, mit Gernot zusammen zu arbeiten! Ein Profi, der auch sehr gut querdenken kann – nicht gefangen in seinen Mustern und Strukturen. Nicht für alle angenehm, aber das zeichnet ihn aus. Ich wünsche ihm im Namen des Teams von Kohl & Partner in Tirol alles Gute!
    Manfred Kohl

  7. Gernot Memmer Kohl & Partner sagt:

    Die Impulse und fundierten Wortmeldungen von Gernot haben dem Kärntner Tourismus gut getan. Seine Beiträge waren oft Anlass zur Weiterentwicklung am Wörthersee und in Kärnten.

    Alles Gute in Tirol!
    Gernot Memmer

  8. Roli sagt:

    Damit wären wir schon bei These Nummer 9:
    Der gescheiterte Versuch des Eremitendaseins.
    Nachdem sich unser Gernot in die Stille von Lind ob Velden verzogen hatte und versuchte das Leben eines Eremiten zu führen, ist er bald mit der brutalen Wahrheit konfrontiert worden. Das Geschäft mit dem Tourismus verträgt sich nicht mit dem Leben eines Eremiten, zumindest nicht in Kärnten.
    Wahrscheinlich wurde ihm zu diesem Zweck, hoch über St. Johann, ein Domizil als Extra angeboten, wenn es mal Zeit für Auszeit ist.
    In Kärnten, trotz dünner Besiedelung nicht findbar, da die Anforderung eine eigenen Moutainbikestrecke dorthin war.

    Wünsche Dir alles Gute in Tirol und hoffe, dass du uns oft besuchen kommst. Wir brauche ja auch bald mal einen Babysitter. Dazu biete ich Dir und Renate gerne unsere Terasse an, sobald sie und das Haus steht ;-)

    Soweit so gut, aber um ein persönliches Abschiedsessen bzw. Bier wirst du nicht herumkommen, auch wenn ich wahrscheinlich der 1346igste bin der sowas fordert.

    Prost

  9. Anton sagt:

    Dem Kärntner Tourismus kommt leider ein Touristiker mit Herzblut abhanden! Ich hoffe die Tiroler können schätzen, was Sie nun erhalten! Eines ist sicher, die Latte für den Nachfolger am See ist sehr hoch! Viel Erfolg in Tirol!

  10. Martin sagt:

    Ich mag das Web.

    Ist diese Kommentar-Liste nicht ein herrliches Beispiel für die Demokratisierung des Internets? Polarisierende Meinungsäußerung und die Vielfalt der Kommentare zeugt von der Qualität deines Blogs, Steff. Ebenso wie Rechtschreibfehler schonungslos die Kompetenz mancher Schreiberlinge entlarven….

    Ich durfte Gernots Abschiedsrede beim Tourismusforum erleben. Mutig. Visionär. Ehrlich. So habe ich diese emotionalen Augenblicke in Gernots Leben wahrgenommen.

    Es gibt gute und schlechte Zeiten. Man macht Fehler um es künftig besser zu machen. Nur wer dies erfahren hat, kann den Moment des Sieges auch voll auskosten. Nach 14 intensiven Jahren Erfahrung im Tourismusmanagment weiss ich eines: der Gernot ist ein ganz großer Touristiker. Und er verlässt seine Heimat am Zenit seines Erfolges. Ich bin für jede Diskussion dankbar die wir geführt haben um ‘deine’ Betriebe, ‘deinen’ See, ‘deine’ Kärntner Touristiker weiter nach vorne zu bringen. Pfiat di ‘Lei Lossn’, Grias Di ‘Zukunft’!

  11. Martin sagt:

    Apropos: es heisst TourismusmanagEment Natürlich. Des kommt vom g’scheid Daherschreibn am Eierphone…

  12. Helibua sagt:

    These Nr. 10 – Gernot bereitet sich auf die Präsidentenwahl in den USA vor. Mitt Romney ist zu konservativ, Barack Obama zu nett. Gernot hat sich als Regions-Präsi bewährt und ist bestens gerüstet für das Präsidentenamt in den USA: er ist Querschüsse gewohnt, querdenken kann er perfekt, der Umgang mit den oberen Zehntausend am rutschigen Parkett meistert er bravourös, für sein Alter is er erstaunlich fit ;-) und kann so die stressige Zeit im Weissen Haus auch aushalten, Krisen schrecken ihn nicht – und eine bezaubernde First Lady hat er auch gefunden. Also: Arnie go Home, Gernot kommt und Barack – schnall Dich an!

  13. These Nr. 11 – Gernot hat erkannt, dass es im Leben immer mehrere Blickwinkel gibt. Ein Blickwinkel ist der des persönlichen Wohlbefindens. Dieser ist NICHT von monetären oder ähnlich gelagerten Faktoren abhängig, sondern ausschließlich emotional begründet. In diesem Kontext ist er eigentlich “nur” seinem Gefühl gefolgt. Ein mutiger Schritt!

    Aber das Leben besteht aus Erinnerungen und nicht aus Entscheidungen!

    Alles Gute – Mein Freund

  14. Tom: Bravo, mehr sag ich nicht. Oder doch. Nachdem du gestern im Trastevere einen – und zwar deinen ersten (!) – Kommentar auf einen Blogpost angekündigt hast, ahnte ich nicht, wie persönlich und treffend du das formulieren würdest. Ein stimmiger und evt. vorerst schöner Abschluss-Comment. Herrlich ;-)

  15. Doris sagt:

    These Nr. 12 – so wie ich den Gernot kenne, lebt er sein Leben in vollsten Zügen und dazu braucht er auch Veränderungen und neue Herausforderungen…

    Life is short, Break the Rules.
    Forgive quickly, Kiss slowly.
    Love truly, Laugh uncontrollably
    and never regret ANYTHING
    that makes you smile.

    In diesem Sinne, kann ich dem Gernot nur zu seiner Entscheidung gratulieren und im viel Erfolg und vor allem SPASS und FREUDE für seine neue Aufgabe in den Tiroler Bergen wünschen!!

  16. Stefan sagt:

    Ich verstehe die Betroffenheit der Kärntner Touristiker. Aber samma uns ehrlich: Wer hat tatsächlich erwartet, dass der Gernot bis zur Pensionierung in Kärnten seinen Regions-Job macht? Niemand, der ihn auch nur ein bisserl kennt, konnte das ernsthaft annehmen.

    These Nr. 13: Er wird auch in Tirol nicht bis an das Ende seines Arbeitslebens bleiben.

    Und um es im Web-Jargon zu sagen: Gefällt mir!

    Lieber Gernot, alles Gute – egal in welchem Bundesland!!

  17. Gernot sagt:

    Danke, danke, danke…..deeply impressed! :-)

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