Archiv für die Kategorie ‘Tourissimo’

Bye Bye Mr. Lakeboy

11. April 2012

Gernot am SeeGernot geht. Und zwar bald. Nach Tirol. Kommt dieser Schritt des in der Branche so geschätzten Tourismus-Profis, der seit 2005 die Geschicke der Wörthersee Tourismus GmbH lenkt, überraschend? Oder anders gefragt: Warum tauscht er (in Gottes Namen!) das südliche Seepromenadenflair Veldens gegen die wahrscheinlich sehr ländliche Beschaulichkeit Erpfendorfs? Eine Mutmaßung in 5 Thesen.


Der Alpe-Adria-Trail. Eine südlich-alpine Verneigung.

6. März 2012

garten eden deluxeGoogle findet mit dem Suchbegriff “Garten Eden” natürlich ganz brav als Nr. 1 den Wikipedia-Treffer mit üppigen Erläuterungen zur Bedeutung in Antike, Kunst & Kultur (inklusive Adam & Eva). Gleich danach auf Platz 2 und 3 rangiert ganz frech das gleichnamige Tierheim aus dem Auenweg 102 in 9020 Klagenfurt. Schlussendlich zaubert die Suchmaschine aber doch noch den Treffer der hochoffiziellen kaernten.at zum Leitwanderweg-Projekt der nächsten Jahre auf den Screen. Und das Ranking wird sich hoffentlich bald optimieren. Nachdem Kärnten gemeinsam mit den Nachbarn Slowenien und Friaul-Julisch-Venetien am 7.3.2012 in Person des GF der Kärnten Werbung und im Rahmen der weltgrößten Tourismusmesse, der ITB in Berlin, endlich mal die südlich-alpine Wanderflagge zeigt, scheint die “profillose” Epoche am touristisch obligaten “Schnürschuh-Markt” Vergangenheit zu sein. Hallo, mehr Öffentlichkeit geht nicht, echt nicht!


Kärnten 2049. Etwas jenseits der Mindset-Matrix.

28. Februar 2012

kurz vor dem Winter des LebensIch bin wieder da! Und dieser Blogpost ist nicht nur die Fortsetzung der “Rebellion im psychosozialen Mindset”. Nein, ich schreite ganz mutig voran. Bin hungrig nach Erfahrung und wage einen schnurstracksgeraden Quantenblick in ferne Realitäten. Kärnten 2049. Die Parallelwelt. Jenseits der Mindset-Matrix. Josef, 89, sitzt auf einer einfachen Bank aus oberflächenbehandeltem Lärchenholz. Traurig und den Kopf tief nach vorne gekippt, wartet er regungslos in der überdachten E-Bus-Haltestelle auf das letzte Nachttaxi, das ihn zurück in die energieautarke Seniorenresidenz bringen wird, wo er seinen Lebensabend in Würde verbringen darf. EU-konforme LED-Leuchtkörper zeichnen eine subtil bizarre, aber sehr urban anmutende Atmosphäre in eine viel zu trockene Kärntner Landnacht.


Die Unverschämtheit des Hansi H.

5. September 2011

Hansi HinterseerMein persönliches Gedanken-Ratatouille zur Wirkung und Bedeutung des Schlager- und Merchandisingstars Hansi Hinterseer als Nächtigungsmessias für die Gamsstadt. Angefangen hat es so. Katharina Zierl schreibt am 24.8. in der Tiroler Tageszeitung erstmals über die unsichere Zukunft der Hinterseer-Tage in Kitzbühel (Anmerkung: Fanwanderung, zwei Konzerte im Tennisstadion und einiges mehr mit bis zu 12.000 Personen), da der von massenhaft deutschen Hausfrauen wie ein ewig blonder Messias verehrte Schlagersänger einfach mehr Geld will. Kurz gesagt: Anstatt € 350.000,-, die Herr H. und sein sommerliches Eventspektakel dem TVB Kitzbühel schon jetzt wert waren, gar € 500.000,-. Das wäre eine Steigerung von circa 43% und damit etwas mehr als knapp oberhalb einer gut gemeinten Indexanpassung in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Aber das ist sein gutes Recht. Denn der blonde Star ist schon seit langem zu einer Marke gereift und diese Begehrlichkeit brachte der “Servus Hansi Hinterseer GmbH” 2009 immerhin einen Bilanzgewinn in der Höhe von € 1,8 Millionen, wie der Trend in der Ausgabe 08/2011 im lesenswerten Special “Die neue Landlust” berichtete.


Reisebüro ade. Jetzt kommt die “Google World” als dritter Ort.

29. Juli 2011

Google+Ja, Mountain-View rockt wieder mal den Äther. Die Herrschaften rund um Larry E. Page schalten dieser Tage ganz frech und ohne Rücksprache mit dem European Tourism Council den neuen Dienst “Hotel Finder” vorerst als Experiment (und nur für die U.S.A.) frei. Frech sind sie, diese dreisten Google-Menschen.

Die Vermutung liegt aber nahe, dass es sich bei g+ um eine Initative zur Übernahme der (sozialen) Weltherrschaft handelt, ein berauschender Raubzug durch den Datenglobus, geplant und dirigiert aus dem Headquarter in Kalifornien, ohne Rücksicht auf Facebook und Twitter und wir sitzen alle 1. Reihe fussfrei. Basta.


Elektronisches Kartenspiel (1)

28. März 2011

Die Falschspieler (Gemälde aus Wikipedia)Pokern unter Strom? Black Jack digital reloaded oder gar Siebzehn und Vier 2.0? Nein, hier dreht es sich nicht um das gesellschaftliche Kartenspiel, sondern um das Projekt einer elektronischen Gäste- bzw. Destinationscard. In meinem letzten Blogpost habe ich ja 3 Bereiche/Thesen skizziert, auf die sich – meiner Meinung nach – Destinationsmanager in ihrem Wirken konzentrieren sollten (zum Nachlesen bitte hier klicken). Und auch wenn ein derartiger Datenträger und Identifikationsschein (des Gastes) gar nicht neu, oder besser noch, so alt wie die analoge Gästemeldung selbst ist, möchte ich doch einen fluoreszierenden Blick auf Hintergründe, Motivation, Initiierungsprozesse und möglicherweise auftretendes Desinteresse werfen. Oder: Ein Plädoyer auf den Barcode.


Google und meine 3 Gegenthesen

17. Februar 2011

Screengrabs PortraitAlle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Oder: “Der Gleichheitssatz ius respicit aequitatem, „Das Recht achtet auf Gleichheit“, ist ein Grundsatz im Verfassungsrecht.”, sagt auch Wikipedia. Na dann. Und das gilt natürlich auch für den Tourismusverband, die Klagemauer für all jene Unternehmer, die ihre (manchmal ja nur betriebsspezifischen) Auslastungs- oder Nachfragerückgänge einfach an einer physisch greifbaren Institution festmachen (also beklagen) müssen. Das ist wohl menschlich. Tourismus unterliegt (no-na) globalen Wettbewerbsbedingungen. Internationale Reiseveranstalter und Buchungsplattformen bewegen Millionen Touristen über Kontinente, Grenzen fallen, Reisende sind sehr selbstbewußt und mündig und das “Word-of-Mouth” is sowieso back und digital. Und jetzt festhalten: Google steigt auch noch in den Buchungsmarkt ein, schreibt Thomas Thaler gestern im Webmarketing-Blog. Und bitte wer fragt uns, die Geschäftsführer der lokalen und regionalen Tourismusstrukturen oder besser formuliert – die klassischen “Informations-Gatekeeper” der Destinationen, ob wir das alles so wollen? Niemand, eh klar. Aber – zur Beruhigung der Kollegenschaft – das setzt sich eh alles nicht durch.


Rebellion im psychosozialen Mindset

26. Dezember 2010

Kärnten LandeswappenWir schreiben das Jahr 2023. Die Destinationsmarke Kärnten ist kantig und hat ordentlich Profil. In den letzten 12 Jahren wurde sie von einem zuerst trägen, dann aber höchst motivierten Team an Kärntner Tourismusdenkern rund um Christian Kresse (ehem. GF der Kärnten Werbung Marketing & Innovationsmanagement GmbH) grundlegend und kritisch hinterfragt, weiterentwickelt und schlußendlich auf ein zukunftsfähiges Fundament gehievt. Kresse ist weg; führt mittlerweile ein Öko-Lifestyle Lodgeresort im kanadischen Alberta. Die Grünen stellen seit 2019 den Tourismuslandesrat und machen ihre Sache gut. Unerträgliche Hitze und mangelnde Wasserqualität bringen den Alpenregionen jährlich mehr Urlauberzustrom und eine Art Sommerfrische 2.0. Der Adria-Badeurlaub ist passé. Eine satirische Urlaubsgesschichte.


Liftkaiser & Bartgeier

9. November 2010

Piz Val Gronda, IschglAnfang November und eine zarte Schneedecke bedeckt bereits das Kirchheimer Tal. Schön, aber auch noch sehr zeitig und v.a. viel zu früh, um einen groovigen Wintermarketing-Freudentanz auf den Büroteppich zu legen. Was bleibt ist die Hoffnung auf ähnliche Verhältnisse Anfang Dezember, eben dann, wenn wir das weiße Gold für den touristischen Vorweihnachtsfrieden wirklich brauchen. Während die “Winterantennen” in den mittleren alpinen Höhen der Nockberge noch eingefahren sind, tobt im Salzburger und Tiroler Land (wieder mal) ein heftiger Streit um Liftprojekte und Zusammenschlüsse von Skiregionen, die getrieben vom Ertragshunger einzelner Bergbahnen-Vorstände und panikartig flüchtend vor dem drohenden Klimawandel, in immer höher gelegene und somit sensiblere Naturzonen vordringen (müssen). Konkret: Die Erschließung des Piz Val Gronda bei Ischgl (Samnaungruppe) und der erneute Anlauf Sportgastein über das Schareck mit dem Kärntner Mölltaler Gletscher zu verbinden. Ein Polarisierungsversuch.


Jugendverbot

1. September 2010

Friday NightKeiner will sie, aber jeder Erwachsene war mal eine/r von ihnen: Die Jugendlichen. Die soziodemographischen Hoffnungstypen für eine florierende Gesellschaftsentwicklung sind unbeliebt – und zwar bei manch positionierungswütigen Touristikern. Frage: Darf man als Destinationsmanager einzelne Gesellschaftsgruppen bewußt ausgrenzen? Nein, der touristische Angebotskuchen hat gefälligst allen gleich zu schmecken. An dieser Meinung wird zum Teil immer noch hartnäckig festgehalten. Ich sag aber – Teenager, nein danke (meine Altersdefinition: 13-18 Jahre) und lass sie lieber nach Schladming, Saalbach, Sölden oder Ischgl ziehen – ohne dass mir mein Bad Kleinkirchheimer-Tourismusgewissen den Schlaf raubt.