Konkurrenz belebt

// 25. April 2014

furtenbach-riccabona-wisser-AO&…meistens das Geschäft. Sagt man doch. Das dürfte somit auch auf den Tourismus und das Hotelgewerbe zutreffen, oder? Was aber, wenn eine Künstlergruppe für 30 Tage ein bestehendes 4*-Hotel nach neuen, anderen “Spielregeln” führt? Es zum Teil sogar räumlich adaptiert, atmosphärisch umkrempelt und neu definiert? Und all das mit sehr hohem Qualitätsanspruch. Das Beste überhaupt: Die Eigentümer dieses 100 Betten Hotels im Biosphärenpark Nockberge haben sogar zugestimmt. Anfangs natürlich skeptisch, aber schlußendlich doch freiwillig, lediglich mit der Unterstützung einer feinen Prise Überredungskunst der zukünftigen “Betreiber”.

Aber nun zu den Fakten: Das Projekt “Hotel Konkurrenz” ist eines von insgesamt 10 Kunstprojekten (von unterschiedlichen nationalen und internationalen Land-Art-Künstlern), die im Rahmen von “nock/art”, das von Edelbert Köb kuratiert wird, in Bad Kleinkirchheim wirken und gestalten. nock/art (Anmerkung: Nockberge meets Land-Art) ist ein wanderbares Kunstprojekt und hat das Ziel, den (Natur-Kultur-)Erlebnisraum der Marke Bad Kleinkirchheim neu zu positionieren bzw. in Wert zu setzen. Die Künstlerkooperative AO& fand im besagten Hotel ihr “objet trouvé” und verwandelt ab 14. Mai 2014 die traditionsreiche, ansonsten konservativ geführte Unterkunft in einen 30-tägigen Zukunftskongress. Am 15. Juni ist schon wieder Schluss. Nach 3 Tagen Rückbau öffnet das Hotel St. Oswald im Normalbetrieb am 19. Juni für die Stammgäste des Hauses. Das ist zumindest der Plan. Oder gibt es normal dann nicht mehr? Kann das Projekt überhaupt funktionieren oder spricht da die fortgeschrittene Verzweiflung einer regionalen Tourismus-Strategie?

files-NockartNockartdeckblattLargePhilipp Furtenbach, Thomas Wisser und Philipp Riccabona (zusammen AO&) schlagen morgen ihre Haken und Ösen in den St. Oswalder Dorfboden. Eine freundliche Invasion, die neben den Abläufen im Hotel auch das gesamte Dorf “wachrütteln” wird. So zumindest der Plan, da nock/art auch ein neues Verständnis des Dorflebens mit sich bringt. Und wir als Projektträger (die Bad Kleinkirchheimer Tourismus Marketing GmbH bzw. ich als Geschäftsführer) lassen uns ganz bewußt auf die Kunst, die Künstler und eine gänzlich neue Sichtweise ein – oder anders gesagt – wir schauen gleich über 2 Tellerränder drüber, um zu lernen, umzudenken, bewußt zu handeln. Zukunftsfähig. Aber auch die Künstler lernen hoffentlich in irgendeiner Form von uns. Weil sie doch mit ihrem Projekt eintauchen, in eine für sie wahrscheinlich gänzlich andere Welt, die von Werbung, Verkauf, Kampagnenplanung, Zugriffszahlen, Conversion-Rate und den persönlichen und großteils doch eher divergierenden Bedürfnissen der über 300 Mitglieder des örtlichen Tourismusverbandes bestimmt und beeinflusst wird. Wenn die nur wüßten… :-))

Ich möchte im Blog in den nächsten Wochen über die Erfahrungen und Erlebnisse aus meiner ganz persönlichen Sicht berichten, weil ich doch glaube, dass hier viel mehr passiert als “nur” ein Kunstprojekt in einer (nach herkömmlichen Parametern gerechnet) schwächelnden Tourismusdestination.

Info: www.hotelkonkurrenz.at und www.nockart.at

P.S.: Übrigens, das Hotel kann man natürlich auch buchen (das Eröffnungswochenende ist sogar schon ausgebucht, also nicht zu lange zögern).




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