Pensieri Biscione. 01. In ritardo.

// 15. Mai 2011

Biscione MilanoDie “Pensieri Biscione” finden immer dann statt, wenn sich die Atmosphäre rund um mich mit Alfa-Molekülen derart verdichtet, dass ein Blogpost (also das Niederschreiben dieser metaphysischen Konzentration) schlicht weg erzwungen wird. Oder: Eine fortlaufende Maßnahme zur Markenpflege des Cuore Sportivo.

2011 ist aus “alfistischer” Sicht schon ein schönes, weil befriedigendes Jahr. Der März ist gerade einmal ein paar Tage alt, als Alfa-Capo Harald Wester vor der gespannten Fachpresse im Rahmen des 81. Automobilsalons in Genf die Weltpremiere des 4C zelebriert. Was dort als atemberaubend schöne Studie präsentiert wurde, soll noch 2012 beim “Concessionario” stehen. Ca. € 45.000,- überflüssiges Kleingeld sollte man schon parat haben – für die Kampfansage gegen Audi TTS und Porsche Boxster. Darüber hinaus soll es die kleine Schwester des 8C auch “oben ohne” als Spider geben. Die IAA 2011 wird das Geheimnis lüften.

Die “Pensieri” kreisen dieser Tage aber um ein anderes Thema. Und zwar wie unsere “Giulietta Nera” (1.4 TB, 120 PS, Distinctive) nach einer wahrhaftigen Odysee schlussendlich doch noch den Weg zum Kunden gefunden hat. Davor aber noch ein spielerischer Gedankentest: Wie stellt man sich als Alfisti eigentlich die Ankunft des begehrenswerten blechernen Etwas vor? Eine Möglichkeit: “Una notte italiana” im nicht kitschig-italophil gestylten Kundenschauraum des Händlers seines Vertrauens. Ein bissl “essere alfisti”, viel auf die Markenkernwerte fokussiertes, mindsettaugliches Ambiente (visuell, akustisch wie auch lukullisch) und dann als Höhepunkt wohl das fachgerechte Rausschälen des Blech-Schatzis aus der alfa-roten, seidig-samtigen Polyester-Schutzhülle. Nach der Schlüsselübergabe folgt meinetwegen auch noch ein stilvolles, weil handschriftlich adressiertes Kuvert mit dem gültigen “Accessori-Katalog” und raus geht’s mit leicht feuchten Augen und wohlig vibrirendem Zwerchfell, um mit den noch sehr jungfräulichen Pneus die ersten Meter einer hoffentlich rosigen Zukunft automobilen Hochgenusses zu cruisen. Cuore Sportivo inklusive. Basta.

Giulietta a KobaridDie Wahrheit ist aber nur ein trauriger Abklatsch des eben Geschilderten. Die Giulietta noch ein Stück vor Weihnachten 2010 mit ein paar Extras bestellt. Nach in Aussicht gestellter “Belohnung” durch den Händler, sofern wir es vorziehen würden, unseren 147er privat zu verkaufen, und dieses auch erfolgreich meistern konnten, verlängerte sich die Lieferzeit von ursprünglich 6 auf insgesamt 14 Wochen – ohne auch nur ein einziges Mal einen Grund zu nennen. Fairerweise gab es für die Wartezeit (nachdem wir ja kein Auto mehr besaßen) laufend Leihautos, die aber entweder schon etwas klapprig waren (Baufirma als Vorbesitzer), oder – wenn neuwertig – höchstens die Raumbedürfnisse 21-jähriger, urbaner Singlefrauen abdecken konnten (Kinderwagen = Challenge = Frust). Der Verkäufer ergriff darüber hinaus grundsätzlich nie die Initiative, um den Informationsfluss zum Kunden aufrecht zu halten oder gar befriedigend zu gestalten. Nach längerer Schweigephase kommt dann gar der Hammer: Er müsse Konkurs anmelden und unser Wagen sei in Wien gelandet, wo er traurig, weil fehl am Platz, schon eine Woche vor sich hinflennt. Ein Autohaus-Kollege wird sich aber gleich der Sache annehmen und sowieso ratz-fatz alles klären. Nach einem kurzen Telefonat mit eben diesem, stellt sich heraus, dass der von nichts weiß. Schmunzel. Dank vereinter Suchalgorithmen von herold.at & google.at nehme ich – innerlich schon gefährlich kochend wie der Ätna – direkt Kontakt mit der Einkaufschefin der Marke meines dahinbröckelnden Vertrauens auf, die sich noch während unseres Telefonats ganz aufgeregt und ungläubig zeigt, als ich ihr vorschlage, die Giulietta sogar in Wien-Simmering abzuholen, um dem Schauspiel endlich ein Ende zu setzen. 2 Tage vergehen, es meldet sich ein weiterer “Alfa-Concessionario”, immer noch in Kärnten, und gottseidank kompetenter, wie sich zeigt. Das Drama wendet sich somit nach gut 14 Wochen Warte-Dilemma doch noch zum guten und wir nennen am 15.4.2011 erheblich erleichtert “La Giulietta Nera” unser. Eine Anleitung zum Markenfrust. Jetzt ist aber alles wieder gut.

Fortsetzung folgt.




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