Reisebüro ade. Jetzt kommt die “Google World” als dritter Ort.

// 29. Juli 2011

Google+Ja, Mountain-View rockt wieder mal den Äther. Die Herrschaften rund um Larry E. Page schalten dieser Tage ganz frech und ohne Rücksprache mit dem European Tourism Council den neuen Dienst “Hotel Finder” vorerst als Experiment (und nur für die U.S.A.) frei. Frech sind sie, diese dreisten Google-Menschen.

Die Vermutung liegt aber nahe, dass es sich bei g+ um eine Initative zur Übernahme der (sozialen) Weltherrschaft handelt, ein berauschender Raubzug durch den Datenglobus, geplant und dirigiert aus dem Headquarter in Kalifornien, ohne Rücksicht auf Facebook und Twitter und wir sitzen alle 1. Reihe fussfrei. Basta.

Was das für den Tourismus im Allgemeinen bzw. für (uns) DMOs bedeutet, ist bereits bestens dokumentiert – und zwar von Benjamin Buhl einmal hier und auch hier. Bitte lesen.

Google war für mich schon als Suchmaschine immer so etwas wie ein gutes Online-Reisebüro, da es Informationslogistik und Algorithmus gut beherrscht und mich damit sehr oft zufriendenstellend zum Reiseziel meiner Wahl leitete. Denkt man nun die Places-, Hotpot oder g+-Strategie weiter, würzt den Geistesblitz noch mit Street- und Mountain- oder Piste-View, ja dann seh ich da in nahender Zukunft brutal inszenierte Tourismus-Informations-Welten, die dem Konsumenten als virtuelle Reise(eintritts)portale das Mindset gehörig malträtieren werden. Eine Art Google-Tourism-Office (zum angreifen und reingehen) in erdrückender IMAX-Erscheinungsqualität, aber durchaus mit lockerem Starbucks-Lifestyle. Die Welt als unterhaltsamer, nie enden wollender 3D-Jingle im Kopf und v.a. am Smartphone (!) – ganz nach dem Motto: “Nur ein Klick zum Glück”. Und so zeichnet sich endlich auch mal der wahre dritte Ort ab, den Herr Mikunda schon vor Jahren so eindrucksvoll und begeisternd beschrieben hat. Ein subtil-hedonistisch, perfekt organisierter One-Stop-Informations- & Konsumationstempel mit hohem Verführungspotential, also eine “Google-World” schlechthin.

Google Inc. ist “die” Netzmacht No. 1, da hat Herr Zuckerberg wohl auf lange Sicht die klar schlechteren Karten. Bleibt das Internetunternehmen aber weiter nur virtuell dominant oder folgt doch der “next level” in die physisch-plastische Welt? Die Unternehmensvision läßt ja zumindest noch viel Phantasie zu: „Das Ziel von Google besteht darin, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen.“




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