Mit ‘fremdenverkehr’ getaggte Artikel

Die Unverschämtheit des Hansi H.

5. September 2011

Hansi HinterseerMein persönliches Gedanken-Ratatouille zur Wirkung und Bedeutung des Schlager- und Merchandisingstars Hansi Hinterseer als Nächtigungsmessias für die Gamsstadt. Angefangen hat es so. Katharina Zierl schreibt am 24.8. in der Tiroler Tageszeitung erstmals über die unsichere Zukunft der Hinterseer-Tage in Kitzbühel (Anmerkung: Fanwanderung, zwei Konzerte im Tennisstadion und einiges mehr mit bis zu 12.000 Personen), da der von massenhaft deutschen Hausfrauen wie ein ewig blonder Messias verehrte Schlagersänger einfach mehr Geld will. Kurz gesagt: Anstatt € 350.000,-, die Herr H. und sein sommerliches Eventspektakel dem TVB Kitzbühel schon jetzt wert waren, gar € 500.000,-. Das wäre eine Steigerung von circa 43% und damit etwas mehr als knapp oberhalb einer gut gemeinten Indexanpassung in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Aber das ist sein gutes Recht. Denn der blonde Star ist schon seit langem zu einer Marke gereift und diese Begehrlichkeit brachte der “Servus Hansi Hinterseer GmbH” 2009 immerhin einen Bilanzgewinn in der Höhe von € 1,8 Millionen, wie der Trend in der Ausgabe 08/2011 im lesenswerten Special “Die neue Landlust” berichtete.


Reisebüro ade. Jetzt kommt die “Google World” als dritter Ort.

29. Juli 2011

Google+Ja, Mountain-View rockt wieder mal den Äther. Die Herrschaften rund um Larry E. Page schalten dieser Tage ganz frech und ohne Rücksprache mit dem European Tourism Council den neuen Dienst “Hotel Finder” vorerst als Experiment (und nur für die U.S.A.) frei. Frech sind sie, diese dreisten Google-Menschen.

Die Vermutung liegt aber nahe, dass es sich bei g+ um eine Initative zur Übernahme der (sozialen) Weltherrschaft handelt, ein berauschender Raubzug durch den Datenglobus, geplant und dirigiert aus dem Headquarter in Kalifornien, ohne Rücksicht auf Facebook und Twitter und wir sitzen alle 1. Reihe fussfrei. Basta.


Familophil. Eine Urlaubsgeschichte.

13. Juni 2011

Day 161 of 365 - Ring BearerJens-Uwe, er wird so um die 40 sein, muss büßen. Aber warum nur? Er scheint der Typ Familienvater zu sein, der im trauten Heim (das in seinem Fall, d.h. dem Dialekt nach zu urteilen, wohl im Schwäbischen liegt) work-life bedingt, nur sehr wenig Zeit mit den Kindern verbringt. Und das wird ihm nun im Urlaub zum Verhängnis. Tapfer, aber auch hilflos versucht er seine zwei kleinen Raubtiere zu bändigen. Der eine, Luca (5) prüft mit dem Bobbycar (das ohne Zweifel nicht mehr so ganz mit seinem stämmigen Körperbau harmoniert) den Hotelgarten auf dessen Renntauglichkeit, was andere Familien nicht uneingeschränkt gut heißen, da er temperamentvoll unterwegs, keine Rücksicht auf kleinere Artgenossen zu nehmen scheint. Ein filigranes, blondes Mädchen (wo sind nur ihre Eltern!) rettet sich mit einem für ihr Alter sehr mutigen Satz gerade noch rechtzeitig vor dem vorbeirasenden “Nachwuchs-Vettel” in die Sandkiste, stolpert dann aber in ihren Mini-Crocs unglücklich und legt mit der süßen “Hello-Kitty-Jacke” stilvoll aber unfreiwillig einen lupenreinen Bauchfleck in die vom letzten Regen noch gut durchnässte Oberfläche. Auch wenn es erst kurz vor 11 Uhr ist, steht eines schon fest. Heute ist nicht Jens-Uwes bester Tag.


Elektronisches Kartenspiel (1)

28. März 2011

Die Falschspieler (Gemälde aus Wikipedia)Pokern unter Strom? Black Jack digital reloaded oder gar Siebzehn und Vier 2.0? Nein, hier dreht es sich nicht um das gesellschaftliche Kartenspiel, sondern um das Projekt einer elektronischen Gäste- bzw. Destinationscard. In meinem letzten Blogpost habe ich ja 3 Bereiche/Thesen skizziert, auf die sich – meiner Meinung nach – Destinationsmanager in ihrem Wirken konzentrieren sollten (zum Nachlesen bitte hier klicken). Und auch wenn ein derartiger Datenträger und Identifikationsschein (des Gastes) gar nicht neu, oder besser noch, so alt wie die analoge Gästemeldung selbst ist, möchte ich doch einen fluoreszierenden Blick auf Hintergründe, Motivation, Initiierungsprozesse und möglicherweise auftretendes Desinteresse werfen. Oder: Ein Plädoyer auf den Barcode.


Google und meine 3 Gegenthesen

17. Februar 2011

Screengrabs PortraitAlle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Oder: “Der Gleichheitssatz ius respicit aequitatem, „Das Recht achtet auf Gleichheit“, ist ein Grundsatz im Verfassungsrecht.”, sagt auch Wikipedia. Na dann. Und das gilt natürlich auch für den Tourismusverband, die Klagemauer für all jene Unternehmer, die ihre (manchmal ja nur betriebsspezifischen) Auslastungs- oder Nachfragerückgänge einfach an einer physisch greifbaren Institution festmachen (also beklagen) müssen. Das ist wohl menschlich. Tourismus unterliegt (no-na) globalen Wettbewerbsbedingungen. Internationale Reiseveranstalter und Buchungsplattformen bewegen Millionen Touristen über Kontinente, Grenzen fallen, Reisende sind sehr selbstbewußt und mündig und das “Word-of-Mouth” is sowieso back und digital. Und jetzt festhalten: Google steigt auch noch in den Buchungsmarkt ein, schreibt Thomas Thaler gestern im Webmarketing-Blog. Und bitte wer fragt uns, die Geschäftsführer der lokalen und regionalen Tourismusstrukturen oder besser formuliert – die klassischen “Informations-Gatekeeper” der Destinationen, ob wir das alles so wollen? Niemand, eh klar. Aber – zur Beruhigung der Kollegenschaft – das setzt sich eh alles nicht durch.


Rebellion im psychosozialen Mindset

26. Dezember 2010

Kärnten LandeswappenWir schreiben das Jahr 2023. Die Destinationsmarke Kärnten ist kantig und hat ordentlich Profil. In den letzten 12 Jahren wurde sie von einem zuerst trägen, dann aber höchst motivierten Team an Kärntner Tourismusdenkern rund um Christian Kresse (ehem. GF der Kärnten Werbung Marketing & Innovationsmanagement GmbH) grundlegend und kritisch hinterfragt, weiterentwickelt und schlußendlich auf ein zukunftsfähiges Fundament gehievt. Kresse ist weg; führt mittlerweile ein Öko-Lifestyle Lodgeresort im kanadischen Alberta. Die Grünen stellen seit 2019 den Tourismuslandesrat und machen ihre Sache gut. Unerträgliche Hitze und mangelnde Wasserqualität bringen den Alpenregionen jährlich mehr Urlauberzustrom und eine Art Sommerfrische 2.0. Der Adria-Badeurlaub ist passé. Eine satirische Urlaubsgesschichte.


Jugendverbot

1. September 2010

Friday NightKeiner will sie, aber jeder Erwachsene war mal eine/r von ihnen: Die Jugendlichen. Die soziodemographischen Hoffnungstypen für eine florierende Gesellschaftsentwicklung sind unbeliebt – und zwar bei manch positionierungswütigen Touristikern. Frage: Darf man als Destinationsmanager einzelne Gesellschaftsgruppen bewußt ausgrenzen? Nein, der touristische Angebotskuchen hat gefälligst allen gleich zu schmecken. An dieser Meinung wird zum Teil immer noch hartnäckig festgehalten. Ich sag aber – Teenager, nein danke (meine Altersdefinition: 13-18 Jahre) und lass sie lieber nach Schladming, Saalbach, Sölden oder Ischgl ziehen – ohne dass mir mein Bad Kleinkirchheimer-Tourismusgewissen den Schlaf raubt.


Herbstblues alpin

19. August 2010

Thermal Roemerbad Bad KleinkirchheimMitten im August erwischt mich der Herbstblues. Trotz Hauptsaison und (halbwegs) gut gefüllten Betten plagt mich die Sorge um den Herbst. Warum? Mit dem “Alpinen Wellness Herbst” (d.h. die Zeit von Mitte September bis Mitte November) haben wir als Tourismus Marketing GmbH gemeinsam mit unserem örtlichen Thermenbetreiber vor 3 Jahren das ambitionierte Ziel formuliert, eine starke dritte touristische Saison aufzubauen, in dem wir die Kombination aus Wandern & Therme neu besetzen. Bald bewegen wir uns nun in Richtung Herbst Nummer 4 seit Um- & Ausbau des Thermal Römerbades, dem Leitbetrieb und Turbo unseres Nockberge-Herbstorchesters, der als Architektur-Schönheit gut gebettet (und leicht postmaterialistisch), aber nicht immer hoch frequentiert, im Kirchheimer Tal liegt. Und jetzt kommt der “Herbstblues” ins Spiel, denn wir haben aus heutiger Sicht das Ziel klar verfehlt. Ein Analyseversuch.


Milieusalat am Markenbuffet

26. Juli 2010

Bieger: Management von DestinationenDas “Wenn die Musi spielt – Sommer Open Air” ist grade Mal ein paar Stunden Geschichte und ich denk schon wieder an Sinus-Milieus. Eine anregende Konversation mit Daniel Gollner, der im Rahmen seiner viel geschätzten Dienste für unser Hochtal neuerdings auch großes Interesse an der “Marke” Bad Kleinkirchheim zeigt, führte meine Gedanken zurück zu diesem Monsterthema. Irgendwie spricht auch derzeit jeder darüber. Über Marke, Milieus und Masterpläne. Von der Kärnten Werbung (der neue und motivierte Geschäftsführer Christian Kresse hat einen Markenprozess gelauncht) über Regionskollegen bis hin zu Strategiebegleitern. Warum aber sorgt gerade dieses Thema in der Tourismusbranche und v.a. bei Destinationsmanagern so oft für Polarisierung?


Gekommen um zu bleiben

1. Juni 2010

Weltweit gibt es derzeit ca. 200 Millionen Blogs. Da stellt sich aus globaler Sicht gleich mal die Frage, ob denn jemand auf den Blog von Stefan Heinisch gewartet hat. Wohl nicht. Trotzdem ist er nun da. Er trägt den Namen Illustro und wird fortan so etwas wie mein permanentes, persönliches Online-Tagebuch sein mit dem Ziel, möglichst viel “Value” in meine Geschichten & Schilderungen zu verpacken. Ob mir das auch immer gelingt, bleibt abzuwarten.