Mit ‘oesterreich’ getaggte Artikel

Servus. Srecno. Ciao. Abschied auf Raten. 01.

15. Februar 2015

FluchtwegIch und meine Frau wissen es seit Oktober, meine Vorgesetzten und meine MitarbeiterInnen seit 19. Dezember 2014 (erstere mit gut 10 Stunden Informationspolster auf letztere, die zwischen Haupt- und Nachspeise im Rahmen einer trotzdem gelungenen Firmenweihnachtsfeier auf der Eve Alps in den ungeschminkten Genuss der Tatsachen kamen. Sorry noch mal dafür). Die Fakten gibt’s hier noch mal zum Nachlesen: Kleine Zeitung & ORF Kärnten Online.

Aber was ist in Kärnten los? Ein Exodus unter den Regionsgeschäftsführern? Natürlich nicht, auch wenn heuer neben Bad Kleinkirchheim auch die Region Villach-Faakersee-Ossiachersee und der Weissensee eine Frischzellenkur auf der Position der Geschäftsführung durchlaufen werden. Aber nicht nur im Süden – Martin Zeppezauer verläßt nach 10 Jahren als Geschäftsführer die Gasteinertal Tourismus GmbH und wird Tiroler.


AO& macht Hotel. Und wie.

15. Mai 2014

spargel.jpgSeit gestern wirkt das aus regionaler Sicht ikonenhafte, skulpturale Hotel St. Oswald der Familie Scheriau, das so malerisch am Fuße des Biosphärenparks Nockberge liegt, irgendwie neu. Vor allem anders. Transformiert. Entschlackt (in Bezug auf Vorhänge, Mobiliar und Bilder). Und trotzdem sehr stilvoll. Gediegen. Lebhaft. Frisch. Jung und weltoffen. Nicht mehr ganz so ländlich-konservativ. Die Herren-Toilette im Hallenbad wird leise, aber konsequent mit dem Programm von Radio Slovenia beschallt. Ein gewollter Akt des Gesamt-Kunstwerks oder einfach nur Zufall? Keine Ahnung. Kunstkompetenzdilemma.


Spirowas? Ein Hotelkonzept am Prüfstand.

18. November 2012

IchbinjetztmaldaEin neues Hotel in der grünen Mark, das viel verspricht. “Zeit und Raum Zum Atem holen” oder “Das Hotel am Puls von Kultur und Natur”. Eine hoffentlich ernst gemeinte Ansage, denn oberflächlich-schöne und stilistisch gelungene Archtekturkonzepte mit erschreckend wenig Ideen-Tiefgang gibt es doch ausreichend in der Alpen-Hotellerie. Deshalb entscheide ich mich für einen November-Kurztest, nachdem das 4-Sterne Spirodom in Admont (gleich neben dem Benediktinerstift mit dem größten klösterlichen Bibliotheksaal der Welt!) seit kurzem seine Pforten für Ruhesuchende geöffnet hat und noch dazu mit Opening-Rabatten lockt.


Bye Bye Mr. Lakeboy

11. April 2012

Gernot am SeeGernot geht. Und zwar bald. Nach Tirol. Kommt dieser Schritt des in der Branche so geschätzten Tourismus-Profis, der seit 2005 die Geschicke der Wörthersee Tourismus GmbH lenkt, überraschend? Oder anders gefragt: Warum tauscht er (in Gottes Namen!) das südliche Seepromenadenflair Veldens gegen die wahrscheinlich sehr ländliche Beschaulichkeit Erpfendorfs? Eine Mutmaßung in 5 Thesen.


Der Alpe-Adria-Trail. Eine südlich-alpine Verneigung.

6. März 2012

garten eden deluxeGoogle findet mit dem Suchbegriff “Garten Eden” natürlich ganz brav als Nr. 1 den Wikipedia-Treffer mit üppigen Erläuterungen zur Bedeutung in Antike, Kunst & Kultur (inklusive Adam & Eva). Gleich danach auf Platz 2 und 3 rangiert ganz frech das gleichnamige Tierheim aus dem Auenweg 102 in 9020 Klagenfurt. Schlussendlich zaubert die Suchmaschine aber doch noch den Treffer der hochoffiziellen kaernten.at zum Leitwanderweg-Projekt der nächsten Jahre auf den Screen. Und das Ranking wird sich hoffentlich bald optimieren. Nachdem Kärnten gemeinsam mit den Nachbarn Slowenien und Friaul-Julisch-Venetien am 7.3.2012 in Person des GF der Kärnten Werbung und im Rahmen der weltgrößten Tourismusmesse, der ITB in Berlin, endlich mal die südlich-alpine Wanderflagge zeigt, scheint die “profillose” Epoche am touristisch obligaten “Schnürschuh-Markt” Vergangenheit zu sein. Hallo, mehr Öffentlichkeit geht nicht, echt nicht!


Kärnten 2049. Etwas jenseits der Mindset-Matrix.

28. Februar 2012

kurz vor dem Winter des LebensIch bin wieder da! Und dieser Blogpost ist nicht nur die Fortsetzung der “Rebellion im psychosozialen Mindset”. Nein, ich schreite ganz mutig voran. Bin hungrig nach Erfahrung und wage einen schnurstracksgeraden Quantenblick in ferne Realitäten. Kärnten 2049. Die Parallelwelt. Jenseits der Mindset-Matrix. Josef, 89, sitzt auf einer einfachen Bank aus oberflächenbehandeltem Lärchenholz. Traurig und den Kopf tief nach vorne gekippt, wartet er regungslos in der überdachten E-Bus-Haltestelle auf das letzte Nachttaxi, das ihn zurück in die energieautarke Seniorenresidenz bringen wird, wo er seinen Lebensabend in Würde verbringen darf. EU-konforme LED-Leuchtkörper zeichnen eine subtil bizarre, aber sehr urban anmutende Atmosphäre in eine viel zu trockene Kärntner Landnacht.


Tom darf das. Eine Legendenillustration.

21. Oktober 2011

Thomas MusterEs ist ein heißer, aber wenig spektakulärer Sommernachmittag. Dieser aber doch so epochale 28. Juli 1986. Ich bin 11 Jahre alt. Meine Mutter ist immer noch etwas in Sorge, da mein Naturdrang (also “draußen zu hause zu sein”) mein üppiges Freizeitleben bestimmt. Es ist das Jahr der radioaktiven Wolke von Tschernobyl, die jetzt schon 3 Monate hinter uns liegt, aber ihre besorgniseregenden Spuren in den Wäldern und auf den Wiesen des oberösterreichischen Alpenvorlands nachhaltig hinterlassen hat. Abseits dieser elterlichen Sorgen biegt der 19-jährige, hungrig-stöhnende Thomas Muster einen gewissen Herrn Hlasek in drei Sätzen und markiert in der nordholländischen Stadt Hilversum seinen ersten ATP-Titel. 43 sollten in den kommenden 11 Jahren noch folgen. Ein heroisches Legendenpflaster aus dem Stoff, aus dem meine Tennisträume sind. Wahrhaftig glückliches Österreich. Das könnte wohl auch ein Maier-Eberharter-Raich-Klon aus dem Genlabor nicht toppen. Gut so.


Die Unverschämtheit des Hansi H.

5. September 2011

Hansi HinterseerMein persönliches Gedanken-Ratatouille zur Wirkung und Bedeutung des Schlager- und Merchandisingstars Hansi Hinterseer als Nächtigungsmessias für die Gamsstadt. Angefangen hat es so. Katharina Zierl schreibt am 24.8. in der Tiroler Tageszeitung erstmals über die unsichere Zukunft der Hinterseer-Tage in Kitzbühel (Anmerkung: Fanwanderung, zwei Konzerte im Tennisstadion und einiges mehr mit bis zu 12.000 Personen), da der von massenhaft deutschen Hausfrauen wie ein ewig blonder Messias verehrte Schlagersänger einfach mehr Geld will. Kurz gesagt: Anstatt € 350.000,-, die Herr H. und sein sommerliches Eventspektakel dem TVB Kitzbühel schon jetzt wert waren, gar € 500.000,-. Das wäre eine Steigerung von circa 43% und damit etwas mehr als knapp oberhalb einer gut gemeinten Indexanpassung in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Aber das ist sein gutes Recht. Denn der blonde Star ist schon seit langem zu einer Marke gereift und diese Begehrlichkeit brachte der “Servus Hansi Hinterseer GmbH” 2009 immerhin einen Bilanzgewinn in der Höhe von € 1,8 Millionen, wie der Trend in der Ausgabe 08/2011 im lesenswerten Special “Die neue Landlust” berichtete.


Familophil. Eine Urlaubsgeschichte.

13. Juni 2011

Day 161 of 365 - Ring BearerJens-Uwe, er wird so um die 40 sein, muss büßen. Aber warum nur? Er scheint der Typ Familienvater zu sein, der im trauten Heim (das in seinem Fall, d.h. dem Dialekt nach zu urteilen, wohl im Schwäbischen liegt) work-life bedingt, nur sehr wenig Zeit mit den Kindern verbringt. Und das wird ihm nun im Urlaub zum Verhängnis. Tapfer, aber auch hilflos versucht er seine zwei kleinen Raubtiere zu bändigen. Der eine, Luca (5) prüft mit dem Bobbycar (das ohne Zweifel nicht mehr so ganz mit seinem stämmigen Körperbau harmoniert) den Hotelgarten auf dessen Renntauglichkeit, was andere Familien nicht uneingeschränkt gut heißen, da er temperamentvoll unterwegs, keine Rücksicht auf kleinere Artgenossen zu nehmen scheint. Ein filigranes, blondes Mädchen (wo sind nur ihre Eltern!) rettet sich mit einem für ihr Alter sehr mutigen Satz gerade noch rechtzeitig vor dem vorbeirasenden “Nachwuchs-Vettel” in die Sandkiste, stolpert dann aber in ihren Mini-Crocs unglücklich und legt mit der süßen “Hello-Kitty-Jacke” stilvoll aber unfreiwillig einen lupenreinen Bauchfleck in die vom letzten Regen noch gut durchnässte Oberfläche. Auch wenn es erst kurz vor 11 Uhr ist, steht eines schon fest. Heute ist nicht Jens-Uwes bester Tag.


Google und meine 3 Gegenthesen

17. Februar 2011

Screengrabs PortraitAlle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Oder: “Der Gleichheitssatz ius respicit aequitatem, „Das Recht achtet auf Gleichheit“, ist ein Grundsatz im Verfassungsrecht.”, sagt auch Wikipedia. Na dann. Und das gilt natürlich auch für den Tourismusverband, die Klagemauer für all jene Unternehmer, die ihre (manchmal ja nur betriebsspezifischen) Auslastungs- oder Nachfragerückgänge einfach an einer physisch greifbaren Institution festmachen (also beklagen) müssen. Das ist wohl menschlich. Tourismus unterliegt (no-na) globalen Wettbewerbsbedingungen. Internationale Reiseveranstalter und Buchungsplattformen bewegen Millionen Touristen über Kontinente, Grenzen fallen, Reisende sind sehr selbstbewußt und mündig und das “Word-of-Mouth” is sowieso back und digital. Und jetzt festhalten: Google steigt auch noch in den Buchungsmarkt ein, schreibt Thomas Thaler gestern im Webmarketing-Blog. Und bitte wer fragt uns, die Geschäftsführer der lokalen und regionalen Tourismusstrukturen oder besser formuliert – die klassischen “Informations-Gatekeeper” der Destinationen, ob wir das alles so wollen? Niemand, eh klar. Aber – zur Beruhigung der Kollegenschaft – das setzt sich eh alles nicht durch.