Es ist ein heißer, aber wenig spektakulärer Sommernachmittag. Dieser aber doch so epochale 28. Juli 1986. Ich bin 11 Jahre alt. Meine Mutter ist immer noch etwas in Sorge, da mein Naturdrang (also “draußen zu hause zu sein”) mein üppiges Freizeitleben bestimmt. Es ist das Jahr der radioaktiven Wolke von Tschernobyl, die jetzt schon 3 Monate hinter uns liegt, aber ihre besorgniseregenden Spuren in den Wäldern und auf den Wiesen des oberösterreichischen Alpenvorlands nachhaltig hinterlassen hat. Abseits dieser elterlichen Sorgen biegt der 19-jährige, hungrig-stöhnende Thomas Muster einen gewissen Herrn Hlasek in drei Sätzen und markiert in der nordholländischen Stadt Hilversum seinen ersten ATP-Titel. 43 sollten in den kommenden 11 Jahren noch folgen. Ein heroisches Legendenpflaster aus dem Stoff, aus dem meine Tennisträume sind. Wahrhaftig glückliches Österreich. Das könnte wohl auch ein Maier-Eberharter-Raich-Klon aus dem Genlabor nicht toppen. Gut so.
Mit ‘stefan heinisch’ getaggte Artikel
Tom darf das. Eine Legendenillustration.
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Die Unverschämtheit des Hansi H.
Mein persönliches Gedanken-Ratatouille zur Wirkung und Bedeutung des Schlager- und Merchandisingstars Hansi Hinterseer als Nächtigungsmessias für die Gamsstadt. Angefangen hat es so. Katharina Zierl schreibt am 24.8. in der Tiroler Tageszeitung erstmals über die unsichere Zukunft der Hinterseer-Tage in Kitzbühel (Anmerkung: Fanwanderung, zwei Konzerte im Tennisstadion und einiges mehr mit bis zu 12.000 Personen), da der von massenhaft deutschen Hausfrauen wie ein ewig blonder Messias verehrte Schlagersänger einfach mehr Geld will. Kurz gesagt: Anstatt € 350.000,-, die Herr H. und sein sommerliches Eventspektakel dem TVB Kitzbühel schon jetzt wert waren, gar € 500.000,-. Das wäre eine Steigerung von circa 43% und damit etwas mehr als knapp oberhalb einer gut gemeinten Indexanpassung in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Aber das ist sein gutes Recht. Denn der blonde Star ist schon seit langem zu einer Marke gereift und diese Begehrlichkeit brachte der “Servus Hansi Hinterseer GmbH” 2009 immerhin einen Bilanzgewinn in der Höhe von € 1,8 Millionen, wie der Trend in der Ausgabe 08/2011 im lesenswerten Special “Die neue Landlust” berichtete.
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Familophil. Eine Urlaubsgeschichte.
Jens-Uwe, er wird so um die 40 sein, muss büßen. Aber warum nur? Er scheint der Typ Familienvater zu sein, der im trauten Heim (das in seinem Fall, d.h. dem Dialekt nach zu urteilen, wohl im Schwäbischen liegt) work-life bedingt, nur sehr wenig Zeit mit den Kindern verbringt. Und das wird ihm nun im Urlaub zum Verhängnis. Tapfer, aber auch hilflos versucht er seine zwei kleinen Raubtiere zu bändigen. Der eine, Luca (5) prüft mit dem Bobbycar (das ohne Zweifel nicht mehr so ganz mit seinem stämmigen Körperbau harmoniert) den Hotelgarten auf dessen Renntauglichkeit, was andere Familien nicht uneingeschränkt gut heißen, da er temperamentvoll unterwegs, keine Rücksicht auf kleinere Artgenossen zu nehmen scheint. Ein filigranes, blondes Mädchen (wo sind nur ihre Eltern!) rettet sich mit einem für ihr Alter sehr mutigen Satz gerade noch rechtzeitig vor dem vorbeirasenden “Nachwuchs-Vettel” in die Sandkiste, stolpert dann aber in ihren Mini-Crocs unglücklich und legt mit der süßen “Hello-Kitty-Jacke” stilvoll aber unfreiwillig einen lupenreinen Bauchfleck in die vom letzten Regen noch gut durchnässte Oberfläche. Auch wenn es erst kurz vor 11 Uhr ist, steht eines schon fest. Heute ist nicht Jens-Uwes bester Tag.
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Pensieri Biscione. 01. In ritardo.
Die “Pensieri Biscione” finden immer dann statt, wenn sich die Atmosphäre rund um mich mit Alfa-Molekülen derart verdichtet, dass ein Blogpost (also das Niederschreiben dieser metaphysischen Konzentration) schlicht weg erzwungen wird. Oder: Eine fortlaufende Maßnahme zur Markenpflege des Cuore Sportivo.
2011 ist aus “alfistischer” Sicht schon ein schönes, weil befriedigendes Jahr. Der März ist gerade einmal ein paar Tage alt, als Alfa-Capo Harald Wester vor der gespannten Fachpresse im Rahmen des 81. Automobilsalons in Genf die Weltpremiere des 4C zelebriert. Was dort als atemberaubend schöne Studie präsentiert wurde, soll noch 2012 beim “Concessionario” stehen. Ca. € 45.000,- überflüssiges Kleingeld sollte man schon parat haben – für die Kampfansage gegen Audi TTS und Porsche Boxster. Darüber hinaus soll es die kleine Schwester des 8C auch “oben ohne” als Spider geben. Die IAA 2011 wird das Geheimnis lüften.
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Elektronisches Kartenspiel (1)
Pokern unter Strom? Black Jack digital reloaded oder gar Siebzehn und Vier 2.0? Nein, hier dreht es sich nicht um das gesellschaftliche Kartenspiel, sondern um das Projekt einer elektronischen Gäste- bzw. Destinationscard. In meinem letzten Blogpost habe ich ja 3 Bereiche/Thesen skizziert, auf die sich – meiner Meinung nach – Destinationsmanager in ihrem Wirken konzentrieren sollten (zum Nachlesen bitte hier klicken). Und auch wenn ein derartiger Datenträger und Identifikationsschein (des Gastes) gar nicht neu, oder besser noch, so alt wie die analoge Gästemeldung selbst ist, möchte ich doch einen fluoreszierenden Blick auf Hintergründe, Motivation, Initiierungsprozesse und möglicherweise auftretendes Desinteresse werfen. Oder: Ein Plädoyer auf den Barcode.
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Google und meine 3 Gegenthesen
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Oder: “Der Gleichheitssatz ius respicit aequitatem, „Das Recht achtet auf Gleichheit“, ist ein Grundsatz im Verfassungsrecht.”, sagt auch Wikipedia. Na dann. Und das gilt natürlich auch für den Tourismusverband, die Klagemauer für all jene Unternehmer, die ihre (manchmal ja nur betriebsspezifischen) Auslastungs- oder Nachfragerückgänge einfach an einer physisch greifbaren Institution festmachen (also beklagen) müssen. Das ist wohl menschlich. Tourismus unterliegt (no-na) globalen Wettbewerbsbedingungen. Internationale Reiseveranstalter und Buchungsplattformen bewegen Millionen Touristen über Kontinente, Grenzen fallen, Reisende sind sehr selbstbewußt und mündig und das “Word-of-Mouth” is sowieso back und digital. Und jetzt festhalten: Google steigt auch noch in den Buchungsmarkt ein, schreibt Thomas Thaler gestern im Webmarketing-Blog. Und bitte wer fragt uns, die Geschäftsführer der lokalen und regionalen Tourismusstrukturen oder besser formuliert – die klassischen “Informations-Gatekeeper” der Destinationen, ob wir das alles so wollen? Niemand, eh klar. Aber – zur Beruhigung der Kollegenschaft – das setzt sich eh alles nicht durch.
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Rebellion im psychosozialen Mindset
Wir schreiben das Jahr 2023. Die Destinationsmarke Kärnten ist kantig und hat ordentlich Profil. In den letzten 12 Jahren wurde sie von einem zuerst trägen, dann aber höchst motivierten Team an Kärntner Tourismusdenkern rund um Christian Kresse (ehem. GF der Kärnten Werbung Marketing & Innovationsmanagement GmbH) grundlegend und kritisch hinterfragt, weiterentwickelt und schlußendlich auf ein zukunftsfähiges Fundament gehievt. Kresse ist weg; führt mittlerweile ein Öko-Lifestyle Lodgeresort im kanadischen Alberta. Die Grünen stellen seit 2019 den Tourismuslandesrat und machen ihre Sache gut. Unerträgliche Hitze und mangelnde Wasserqualität bringen den Alpenregionen jährlich mehr Urlauberzustrom und eine Art Sommerfrische 2.0. Der Adria-Badeurlaub ist passé. Eine satirische Urlaubsgesschichte.
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Dem Tod geweiht
Ein “Fast-Nachruf” auf eine der ältesten, innovativsten und bezauberndsten Automarken unseres motorgetriebenen Technik-Universums. Lancia, am 29. November 1906 von Vincenzo Lancia und seinem Freund Claudio Fogolin in Turin gegründet, und durch die Fusion von Chrylser und FIAT (am 10. Juni 2009) jeglicher eigenständiger Zukunft beraubt, stirbt dieser Tage einen langsamen und qualvollen Tod. Herr Sergio Marchionne (u.a. CEO von Chrysler) hat wohl endgültig entschieden, dass seine Traditionsmarke unter dem Dach der FIAT-Gruppe, die in den letzten Jahren eigentlich nur noch innerhalb Italiens wirkliche Markenkraft und Verkaufsdruck erzielen konnte, zukünftig auf den Status reiner Blech- & Designhaut auf amerikanischer Karosserie- & Motorentechnik made in Auburn Hills (Michigan) reduziert wird.
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Jugendverbot
Keiner will sie, aber jeder Erwachsene war mal eine/r von ihnen: Die Jugendlichen. Die soziodemographischen Hoffnungstypen für eine florierende Gesellschaftsentwicklung sind unbeliebt – und zwar bei manch positionierungswütigen Touristikern. Frage: Darf man als Destinationsmanager einzelne Gesellschaftsgruppen bewußt ausgrenzen? Nein, der touristische Angebotskuchen hat gefälligst allen gleich zu schmecken. An dieser Meinung wird zum Teil immer noch hartnäckig festgehalten. Ich sag aber – Teenager, nein danke (meine Altersdefinition: 13-18 Jahre) und lass sie lieber nach Schladming, Saalbach, Sölden oder Ischgl ziehen – ohne dass mir mein Bad Kleinkirchheimer-Tourismusgewissen den Schlaf raubt.
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Herbstblues alpin
Mitten im August erwischt mich der Herbstblues. Trotz Hauptsaison und (halbwegs) gut gefüllten Betten plagt mich die Sorge um den Herbst. Warum? Mit dem “Alpinen Wellness Herbst” (d.h. die Zeit von Mitte September bis Mitte November) haben wir als Tourismus Marketing GmbH gemeinsam mit unserem örtlichen Thermenbetreiber vor 3 Jahren das ambitionierte Ziel formuliert, eine starke dritte touristische Saison aufzubauen, in dem wir die Kombination aus Wandern & Therme neu besetzen. Bald bewegen wir uns nun in Richtung Herbst Nummer 4 seit Um- & Ausbau des Thermal Römerbades, dem Leitbetrieb und Turbo unseres Nockberge-Herbstorchesters, der als Architektur-Schönheit gut gebettet (und leicht postmaterialistisch), aber nicht immer hoch frequentiert, im Kirchheimer Tal liegt. Und jetzt kommt der “Herbstblues” ins Spiel, denn wir haben aus heutiger Sicht das Ziel klar verfehlt. Ein Analyseversuch.
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Milieusalat am Markenbuffet
Das “Wenn die Musi spielt – Sommer Open Air” ist grade Mal ein paar Stunden Geschichte und ich denk schon wieder an Sinus-Milieus. Eine anregende Konversation mit Daniel Gollner, der im Rahmen seiner viel geschätzten Dienste für unser Hochtal neuerdings auch großes Interesse an der “Marke” Bad Kleinkirchheim zeigt, führte meine Gedanken zurück zu diesem Monsterthema. Irgendwie spricht auch derzeit jeder darüber. Über Marke, Milieus und Masterpläne. Von der Kärnten Werbung (der neue und motivierte Geschäftsführer Christian Kresse hat einen Markenprozess gelauncht) über Regionskollegen bis hin zu Strategiebegleitern. Warum aber sorgt gerade dieses Thema in der Tourismusbranche und v.a. bei Destinationsmanagern so oft für Polarisierung?
100 Jahre Bella Donner
“Io sono Giulietta”, haucht die US-Schauspielerin Uma Thurman im neuen Alfa Romeo Giulietta-Werbespot zart-erotisch in die italienische Nacht. Dieser Akt steht zwar in keinem Verhältnis zu ihrer mittlerweile Kultstatus besitzenden Tanz-Performance in Pulp Ficton, aber durchaus gereift, elegant und somit bestens geeignet um 100 Jahre Alfa Romeo (in diesem Fall die Premiere des neuen Sprösslings Giulietta) gebührend zu zelebrieren. Als die blonde Uma 1970 in Boston das Licht der Welt erblickte, rollten die ersten Alfa Romeo Montreal-Sportcoupes mit herrlich achtzylindrigen Orchestern, die von vier oben liegenden Nockenwellen dirigiert wurden, vom Werksband. Rückblickend ein gewagter wie genialer Wurf, den die Carrozzeria Bertone für die Mailänder manifestieren durfte.
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