Mit ‘stefan heinisch’ getaggte Artikel

Kärnten 2049. Etwas jenseits der Mindset-Matrix.

28. Februar 2012

kurz vor dem Winter des LebensIch bin wieder da! Und dieser Blogpost ist nicht nur die Fortsetzung der “Rebellion im psychosozialen Mindset”. Nein, ich schreite ganz mutig voran. Bin hungrig nach Erfahrung und wage einen schnurstracksgeraden Quantenblick in ferne Realitäten. Kärnten 2049. Die Parallelwelt. Jenseits der Mindset-Matrix. Josef, 89, sitzt auf einer einfachen Bank aus oberflächenbehandeltem Lärchenholz. Traurig und den Kopf tief nach vorne gekippt, wartet er regungslos in der überdachten E-Bus-Haltestelle auf das letzte Nachttaxi, das ihn zurück in die energieautarke Seniorenresidenz bringen wird, wo er seinen Lebensabend in Würde verbringen darf. EU-konforme LED-Leuchtkörper zeichnen eine subtil bizarre, aber sehr urban anmutende Atmosphäre in eine viel zu trockene Kärntner Landnacht.


Tom darf das. Eine Legendenillustration.

21. Oktober 2011

Thomas MusterEs ist ein heißer, aber wenig spektakulärer Sommernachmittag. Dieser aber doch so epochale 28. Juli 1986. Ich bin 11 Jahre alt. Meine Mutter ist immer noch etwas in Sorge, da mein Naturdrang (also “draußen zu hause zu sein”) mein üppiges Freizeitleben bestimmt. Es ist das Jahr der radioaktiven Wolke von Tschernobyl, die jetzt schon 3 Monate hinter uns liegt, aber ihre besorgniseregenden Spuren in den Wäldern und auf den Wiesen des oberösterreichischen Alpenvorlands nachhaltig hinterlassen hat. Abseits dieser elterlichen Sorgen biegt der 19-jährige, hungrig-stöhnende Thomas Muster einen gewissen Herrn Hlasek in drei Sätzen und markiert in der nordholländischen Stadt Hilversum seinen ersten ATP-Titel. 43 sollten in den kommenden 11 Jahren noch folgen. Ein heroisches Legendenpflaster aus dem Stoff, aus dem meine Tennisträume sind. Wahrhaftig glückliches Österreich. Das könnte wohl auch ein Maier-Eberharter-Raich-Klon aus dem Genlabor nicht toppen. Gut so.


Die Unverschämtheit des Hansi H.

5. September 2011

Hansi HinterseerMein persönliches Gedanken-Ratatouille zur Wirkung und Bedeutung des Schlager- und Merchandisingstars Hansi Hinterseer als Nächtigungsmessias für die Gamsstadt. Angefangen hat es so. Katharina Zierl schreibt am 24.8. in der Tiroler Tageszeitung erstmals über die unsichere Zukunft der Hinterseer-Tage in Kitzbühel (Anmerkung: Fanwanderung, zwei Konzerte im Tennisstadion und einiges mehr mit bis zu 12.000 Personen), da der von massenhaft deutschen Hausfrauen wie ein ewig blonder Messias verehrte Schlagersänger einfach mehr Geld will. Kurz gesagt: Anstatt € 350.000,-, die Herr H. und sein sommerliches Eventspektakel dem TVB Kitzbühel schon jetzt wert waren, gar € 500.000,-. Das wäre eine Steigerung von circa 43% und damit etwas mehr als knapp oberhalb einer gut gemeinten Indexanpassung in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Aber das ist sein gutes Recht. Denn der blonde Star ist schon seit langem zu einer Marke gereift und diese Begehrlichkeit brachte der “Servus Hansi Hinterseer GmbH” 2009 immerhin einen Bilanzgewinn in der Höhe von € 1,8 Millionen, wie der Trend in der Ausgabe 08/2011 im lesenswerten Special “Die neue Landlust” berichtete.


Reisebüro ade. Jetzt kommt die “Google World” als dritter Ort.

29. Juli 2011

Google+Ja, Mountain-View rockt wieder mal den Äther. Die Herrschaften rund um Larry E. Page schalten dieser Tage ganz frech und ohne Rücksprache mit dem European Tourism Council den neuen Dienst “Hotel Finder” vorerst als Experiment (und nur für die U.S.A.) frei. Frech sind sie, diese dreisten Google-Menschen.

Die Vermutung liegt aber nahe, dass es sich bei g+ um eine Initative zur Übernahme der (sozialen) Weltherrschaft handelt, ein berauschender Raubzug durch den Datenglobus, geplant und dirigiert aus dem Headquarter in Kalifornien, ohne Rücksicht auf Facebook und Twitter und wir sitzen alle 1. Reihe fussfrei. Basta.


Die Welt braucht Twitter. Ein Kurzplädoyer

17. Juni 2011

Twitter…oder besser noch: Ein “Twittoyer”! Der Globus hat natürlich auch ein Anrecht auf Facebook und sowieso das gesamte Social Media Phänomen, aber trotzdem möchte ich hier und heute eine komprimierte Lobeshymne auf den “140-Zeichen-Microbloggingdienst” (der mit wenig Privatsphären-Firlefanz bestückt, mein Herz erwärmt) ausprechen. Nachdem ich seit Februar 2009 Teil des globalen “Gezwitschers” bin (Danke Ed) und sogar schon einmal ein Twittagessen hatte (und noch ein spätes, sehr kulinarisches Danke an @motweet und @almstudio), fühle ich mich berufen, die Flaggen zu hissen. Ausschlaggebend für meine illustren Gedanken war ein News-Beitrag von Jakob Steinschaden auf futurezone.at mit dem Titel “Kann Twitter das neue Facebook werden?” Und da gehen die Denkrichtungen der globalen Opinionleader in erfrischend viele Richtungen.


Familophil. Eine Urlaubsgeschichte.

13. Juni 2011

Day 161 of 365 - Ring BearerJens-Uwe, er wird so um die 40 sein, muss büßen. Aber warum nur? Er scheint der Typ Familienvater zu sein, der im trauten Heim (das in seinem Fall, d.h. dem Dialekt nach zu urteilen, wohl im Schwäbischen liegt) work-life bedingt, nur sehr wenig Zeit mit den Kindern verbringt. Und das wird ihm nun im Urlaub zum Verhängnis. Tapfer, aber auch hilflos versucht er seine zwei kleinen Raubtiere zu bändigen. Der eine, Luca (5) prüft mit dem Bobbycar (das ohne Zweifel nicht mehr so ganz mit seinem stämmigen Körperbau harmoniert) den Hotelgarten auf dessen Renntauglichkeit, was andere Familien nicht uneingeschränkt gut heißen, da er temperamentvoll unterwegs, keine Rücksicht auf kleinere Artgenossen zu nehmen scheint. Ein filigranes, blondes Mädchen (wo sind nur ihre Eltern!) rettet sich mit einem für ihr Alter sehr mutigen Satz gerade noch rechtzeitig vor dem vorbeirasenden “Nachwuchs-Vettel” in die Sandkiste, stolpert dann aber in ihren Mini-Crocs unglücklich und legt mit der süßen “Hello-Kitty-Jacke” stilvoll aber unfreiwillig einen lupenreinen Bauchfleck in die vom letzten Regen noch gut durchnässte Oberfläche. Auch wenn es erst kurz vor 11 Uhr ist, steht eines schon fest. Heute ist nicht Jens-Uwes bester Tag.


Pensieri Biscione. 01. In ritardo.

15. Mai 2011

Biscione MilanoDie “Pensieri Biscione” finden immer dann statt, wenn sich die Atmosphäre rund um mich mit Alfa-Molekülen derart verdichtet, dass ein Blogpost (also das Niederschreiben dieser metaphysischen Konzentration) schlicht weg erzwungen wird. Oder: Eine fortlaufende Maßnahme zur Markenpflege des Cuore Sportivo.

2011 ist aus “alfistischer” Sicht schon ein schönes, weil befriedigendes Jahr. Der März ist gerade einmal ein paar Tage alt, als Alfa-Capo Harald Wester vor der gespannten Fachpresse im Rahmen des 81. Automobilsalons in Genf die Weltpremiere des 4C zelebriert. Was dort als atemberaubend schöne Studie präsentiert wurde, soll noch 2012 beim “Concessionario” stehen. Ca. € 45.000,- überflüssiges Kleingeld sollte man schon parat haben – für die Kampfansage gegen Audi TTS und Porsche Boxster. Darüber hinaus soll es die kleine Schwester des 8C auch “oben ohne” als Spider geben. Die IAA 2011 wird das Geheimnis lüften.


Elektronisches Kartenspiel (1)

28. März 2011

Die Falschspieler (Gemälde aus Wikipedia)Pokern unter Strom? Black Jack digital reloaded oder gar Siebzehn und Vier 2.0? Nein, hier dreht es sich nicht um das gesellschaftliche Kartenspiel, sondern um das Projekt einer elektronischen Gäste- bzw. Destinationscard. In meinem letzten Blogpost habe ich ja 3 Bereiche/Thesen skizziert, auf die sich – meiner Meinung nach – Destinationsmanager in ihrem Wirken konzentrieren sollten (zum Nachlesen bitte hier klicken). Und auch wenn ein derartiger Datenträger und Identifikationsschein (des Gastes) gar nicht neu, oder besser noch, so alt wie die analoge Gästemeldung selbst ist, möchte ich doch einen fluoreszierenden Blick auf Hintergründe, Motivation, Initiierungsprozesse und möglicherweise auftretendes Desinteresse werfen. Oder: Ein Plädoyer auf den Barcode.


Google und meine 3 Gegenthesen

17. Februar 2011

Screengrabs PortraitAlle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Oder: “Der Gleichheitssatz ius respicit aequitatem, „Das Recht achtet auf Gleichheit“, ist ein Grundsatz im Verfassungsrecht.”, sagt auch Wikipedia. Na dann. Und das gilt natürlich auch für den Tourismusverband, die Klagemauer für all jene Unternehmer, die ihre (manchmal ja nur betriebsspezifischen) Auslastungs- oder Nachfragerückgänge einfach an einer physisch greifbaren Institution festmachen (also beklagen) müssen. Das ist wohl menschlich. Tourismus unterliegt (no-na) globalen Wettbewerbsbedingungen. Internationale Reiseveranstalter und Buchungsplattformen bewegen Millionen Touristen über Kontinente, Grenzen fallen, Reisende sind sehr selbstbewußt und mündig und das “Word-of-Mouth” is sowieso back und digital. Und jetzt festhalten: Google steigt auch noch in den Buchungsmarkt ein, schreibt Thomas Thaler gestern im Webmarketing-Blog. Und bitte wer fragt uns, die Geschäftsführer der lokalen und regionalen Tourismusstrukturen oder besser formuliert – die klassischen “Informations-Gatekeeper” der Destinationen, ob wir das alles so wollen? Niemand, eh klar. Aber – zur Beruhigung der Kollegenschaft – das setzt sich eh alles nicht durch.


Rebellion im psychosozialen Mindset

26. Dezember 2010

Kärnten LandeswappenWir schreiben das Jahr 2023. Die Destinationsmarke Kärnten ist kantig und hat ordentlich Profil. In den letzten 12 Jahren wurde sie von einem zuerst trägen, dann aber höchst motivierten Team an Kärntner Tourismusdenkern rund um Christian Kresse (ehem. GF der Kärnten Werbung Marketing & Innovationsmanagement GmbH) grundlegend und kritisch hinterfragt, weiterentwickelt und schlußendlich auf ein zukunftsfähiges Fundament gehievt. Kresse ist weg; führt mittlerweile ein Öko-Lifestyle Lodgeresort im kanadischen Alberta. Die Grünen stellen seit 2019 den Tourismuslandesrat und machen ihre Sache gut. Unerträgliche Hitze und mangelnde Wasserqualität bringen den Alpenregionen jährlich mehr Urlauberzustrom und eine Art Sommerfrische 2.0. Der Adria-Badeurlaub ist passé. Eine satirische Urlaubsgesschichte.